Dienstag, 28. November 2017

HELLO WELTCUP!! SCHÖN WIEDER DABEI ZU SEIN.

ICH HABE LANGE DARAUF GEWARTET. I’M BACK BABY! ZURÜCK IM WELTCUP UND ZURÜCK AN JENEM ORT, WO SKIFAHREN ZU RACING WIRD. KILLINGTON WAR DIE ERSTE STRECKE, DER ICH MICH NACH EINJÄHRIGER AUFBAUARBEIT GESTELLT HABE. EIN ERSTES HERANTASTEN. JETZT WILL ICH MEHR, ICH BIN BEREIT MICH WIEDER GANZ NACH VORNE ZU FIGHTEN. WAS FEHLT? RENNKILOMETER – DENN MIT IHNEN KOMMT AUCH DIE LETZTE ENTSCHLOSSENHEIT...
 

Es war die richtige Entscheidung, Sölden auszulassen. Ich konnte die Zeit gut nutzen und noch einige Extraeinheiten Schneetraining auf der Reiteralm absolvieren, um mich selbst davon zu überzeugen: „Yes, Eva – jetzt bist du ready!“.

Danach ging alles ganz schnell. Montag 20.11.2017, 15:00 Uhr, Flughafen München – die Abreise nach Amerika. Jetzt, auf dem Weg nach Killington zu meinem allerersten Weltcup-Rennen nach der Verletzungspause, gab es kein Zurück mehr. Gut so. 9 Stunden reichten aus, um das Kribbeln der Vorfreude in vollen Zügen auszukosten – die richtige Playlist dazu und schon tauche ich ab in meine eigene Gedankenwelt.

Racefeeling. Dieses angenehme Gefühl der Spannung, wie bei einem packenden Thriller, es war plötzlich wieder da. „Wann ist es endlich soweit?“ „Wann geht es los?“ „Am liebsten wäre ich schon auf der Strecke!“ Zeitgleich stellt man sich Fragen. „Wie wird´s sein?“ „Wie reagiert das Bein?“ „Wieviel Prozent Leistung lässt der Kopf schon zu?“

Schnell wurde mir klar: Diese Fragen bringen eigentlich nichts. Das sind Fragen, die nur eine Person auf dieser Welt beantworten kann – und zwar ich selbst im RTL von Killington! Dort angekommen, habe ich mich erstmal wahnsinnig gefreut,

die anderen Racer-Mädels endlich wieder zu sehen.

PIEP-PIEP-PIEP-PIEEEEEEP. Es ist diese einfache Tonfolge, die das Herz von Ski-Athleten höherschlagen lässt. Dieses unverkennbare Signal, das den Fokus augenblicklich von außen nach innen legt und alle offenen Fragen in Sekundenbruchteilen im Keim erstickt.

Einatmen. Ausatmen. PIEEEEEEP. Und mit voller Power raus aus dem Starthaus. „Wohoo!“ ein kurzes Glücksgefühl nach einem Jahr zuschauen. Doch dann bin ich schon im Rennrausch, im Agieren und Reagieren. Piste und Bilder jagen einem im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren, was nach dem Abschwingen davon bleibt ist das Schönste: „I´m back, Baby.“ Ich bin zufrieden! Und ich bin glücklich, dass ich zufrieden bin. Eine Leistung, auf die ich aufbauen kann.

Am Ende war es nach dem 2. Lauf in Killington der 27. Platz mit einem Rückstand von +4,11 Sekunden. Klar, 4,11 Sekunden sind 4,11 Sekunden. Aber, hey: Es ist mein Comeback. Ich weiß jetzt, wo ich stehe. Und woran ich noch arbeiten muss. Zum einen braucht es einige Pistenkilometer und vor allem wieder Rennroutine, um Vertrauen und Selbstverständlichkeit wieder an den Punkt zu bringen, wo 100 Prozent Risikobereitschaft zum Spaßfaktor werden. Das Bein hat sich auf jeden Fall gut angefühlt und den Belastungen im Kurs standgehalten.

Mit jedem Schwung kann ich zusehen, wie die Verletzung mehr und mehr zu einer Episode in meinem Leben wird, die schon wieder weit zurückliegt. Das motiviert und macht den Kopf frei, für das was wirklich zählt: heute und morgen!

Ich bin unfassbar happy, dass ich die Entscheidung getroffen habe, in Killington an den Start zu gehen. Mein größter Respekt gilt Viktoria Rebensburg, sie hat am Samstag gezeigt, wo’s langgeht und mit wem in dieser Saison auf jeden Fall zu rechnen ist. Für mich geht es jetzt weiter mit fleißigem Pistenkilometer sammeln und ein wenig Kopfarbeit – um beim nächsten Rennen den 100 Prozent Risikobereitschaft wieder ein Stückchen näher zu sein.

Next Stop: Courchevel, Frankreich – be there and stay tuned!

Eure Eva.

Dienstag, 10. Oktober 2017

DER WINTER KANN KOMMEN

SÖLDEN IST FÜR MICH LEIDER ETWAS ZU FRÜH

WOW, SO EIN JAHR VERGEHT JA ECHT WIE IM RENNTEMPO. DER COUNTDOWN FÜR SÖLDEN LÄUFT –  FÜR MICH LEIDER EINEN TICK ZU SCHNELL: SO SCHADE ES IST, BEIM HEIMSPIEL AM RETTENBACH FERNER NOCH NICHT DABEI ZU SEIN, SO WICHTIG IST, DIESE PHASE FÜR PERFORMANCE-TUNING ZU NÜTZEN. MIR TAUGT DAS SKIFAHREN, ES GEHT GERADE EXTREM VIEL WEITER – UND ICH VERTRAUE AUF MEIN GEFÜHL UND NEHME MIR NACH MEINER VERLETZUNGSBEDINGTEN AUSZEIT GENÜGEND ZEIT,

UM RENNFIT ZU WERDEN.
 

Ich bin echt happy: Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein Gefühl es ist, nach fast einem Jahr Verletzungspause wieder das tun zu dürfen, was ich am meisten liebe – Skifahren. Es ist so befreiend, dass so viel weitergeht, ich habe jede Kleinigkeit vermisst: Das Materialtüfteln mit den Fischer-Jungs, den Blick vom Start ins Panorama, das Kantengeräusch auf Eis, den Impact der Stange und die Kräfte, die bei extremen Schräglagen wirken. Es war ein ziemliches Stück Arbeit, all das wieder so möglich zu machen. Und, auch wenn das vielleicht überraschend klingt: Ich blicke gerne auf diese Zeit zurück. Ich hab noch nie so hart trainiert wie in diesem Sommer! Und ich habe es wahrscheinlich noch nie derart genossen, im Fitnesscenter oder beim Intervall-Training am meine Grenzen zu kommen.

Gleichzeitig – und das war vor einem Jahr um dieselbe Zeit ganz anders – fühle ich mich erholt und voller Energie. Ich habe kein einziges Training in Frage gestellt, jeder kleine Rückschlag war nur ein Teil des Weges. Wie war das? Unschlagbar ist, wer nie aufgibt. Sagt sich leicht, ich weiß: Es ist nicht jedem mit auf den Weg gegeben, über eine so lange Zeit durchzuhalten und sich durchzubeißen. In meinem Fall hat mir vielleicht geholfen, dass ich in meiner Jugend zwar immer recht gut, aber nie so wirklich überragend war. Ich musste mir immer alles erarbeiten. Völlig okay für mich, denn so habe ich gelernt, wirklich dabei zu bleiben, auch wenn es zäh wird.

Wie ist es seit meinem letzten Blog weitergegangen? Anfang September ging das Schneetraining in die heiße Phase – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Schnee war schwer zu finden. Saas Fee und Stilfser Joch waren dann doch gut zu fahren, die ersten Trainingseinheiten waren reines Herantasten. Da ging es nur darum, die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit des Beins zu 100 Prozent herzustellen. Dafür braucht es Schneekilometer. Seit gut einem Monat bin ich fleißig am Sammeln. Der Fokus liegt jetzt mehr und mehr auf dem Finetuning des Materials und meiner Technik. Aktuell steht gerade die Verbindung zwischen Fuß und Ski im Mittelpunkt, um in Extremsituationen kontrolliert reagieren und angreifen zu können. Meine Ski und ich haben mittlerweile schon wieder ein sehr gutes Verhältnis, wir verstehen uns prächtig – und trotzdem, ein paar Kilometer fehlen mir noch auf dem Weg zurück in den Weltcup und die werde ich den nächsten Wochen stressfrei aufholen!

Zur Erklärung, warum mein Start in Sölden nicht Priorität #1 ist: Mein Ziel ist nicht schnellstmöglich, sondern bestmöglich auf die Rennpiste zurückzukehren. Für mich bedeutet das, wieder so Skifahren zu können, wie in der Saison 2015/2016, als ich den RTL-Gesamtweltcup gewonnen habe.

Die Verletzung hat mich im positiven Sinne geprägt, ich höre nun mehr auf meinen Körper, gebe mir Zeit und gehe viel besser mit Erwartungsdruck – vor allem dem eigenen – um, indem ich ihn erst gar nicht aufkommen lasse. Vor einem Jahr, nach meinem Unterschenkelbruch, da war es eine Challenge die Socken selbstständig an- und auszuziehen. Nach Wochen kam irgendwann der Tag, als ich mich – das tut echt weh – mit dem Schienbein erstmals wieder in einen Skischuh zwängte. So ging es weiter: im Mai ging es zum ersten Mal wieder auf die Piste zum gemäßigten Rutschen. Heute? Trainiere ich am Mölltaler Gletscher wieder rennmäßig, überlege mir Varianten, wie ich zusätzlichen Druck auf den Ski bringen kann, den Radius des Skis bestmöglich ausfahren und wo ich wie Linien und Zeiten optimieren kann.

Das Bein fühlt sich gut an. Und ja: Es macht mich stolz, dass ich den Weg zurück auf mich genommen habe – jeder noch so kleine Fortschritt freut mich wahnsinnig. Die Ungeduld wäre jetzt ein schlechter Coach, dieser Winter hat noch andere Höhepunkte,

als seinen Auftakt.

Im Februar 2018 sind die Olympischen Spiele in Pyeongchang. Vor vier Jahren hatte ich diese Chance verpasst – natürlich ist die Teilnahme diesmal ein großer Anreiz und ein Ziel. Jetzt hat einmal nur die  schlichte Freude am Skifahren Priorität, ich hab meinen Beitrag mental und körperlich geleistet – der Rest ergibt sich.

 

Ich freue mich auf die Saison die vor uns liegt, ich hoffe ihr seid schon genauso aufgeregt wie ich! All meinen Kollegen und Kolleginnen wünsche ich noch eine erfolgreiche Vorbereitung auf den Weltcup-Auftakt :P

 

See you soon!

Eure Eva.

Donnerstag, 6. August 2017

BACK ON TRACK

SONNE, BERG UND SKI. DREI DINGE, DIE ICH IN MEINEM LEBEN NICHT MISSEN MÖCHTE, KURZ MISSEN MUSSTE UND JETZT WIEDER IN VOLLEN ZÜGEN GENIESSEN DARF. DIE LETZTEN WOCHEN WAREN AUFREGEND, SPANNEND UND SIND WIE IM FLUG VERGANGEN. DER ERSTE SCHWUNG NACH DER VERLETZUNG, DAS „VERFLIXTE“ LAUFEN UND DER FAHRPLAN FÜRS COMEBACK.

Ein großes Etappenziel auf meinem Weg zurück in den Weltcup ist erreicht! Ich stehe wieder auf Skiern, in echten Skischuhen und es fühlt sich einfach nur großartig an. Begonnen hat alles mit einer entscheidenden Frage: Mit welchem Material, welcher Marke und mit welchen Menschen möchte ich in den Olympiawinter starten? Stück für Stück habe ich mir diese Fragen selbst beantwortet und mittlerweile stehen mein Setup und das Team für die Saison 2017/2018. Meine Aufmerksamkeit gilt jetzt zu 100 Prozent wieder meiner Leidenschaft, dem Skifahren.

Dass mir diese zwei Bretter unter den Füßen die Welt bedeuten, war mir schon bei meinem allerersten Schwung nach der Verletzung, auf fluffy Neuschnee, wieder so sonnenklar: Es war der Hammer, ab dem Klicken der Bindung – Dauergrinser.

Klar: Am Anfang zählt die gebotene Zurückhaltung. Vorsichtiges Herantasten und behutsames Belasten des Beines. Nicht vergessen, ich fahre mit einem Metallnagel längs durch meinen Unterschenkel. Das sind neue Bedingungen, an die ich mich erst gewöhnen muss. Durch den Nagel kann der Knochen den Druck des Schischuhs und die Schläge der Piste nicht so flexibel verarbeiten, das verursacht Schmerzen, aber die gehören eben dazu. Skifahren lässt sich halt in der Kraftkammer nicht simulieren. Das Gute: Mit jedem Schwung auf Schnee wird die Tiefenmuskulatur gestärkt. Step by step werde so auch die Schmerzen weniger und das Bein immer geschmeidiger. Alles in allem war ich nach dem ersten Skitag sehr zufrieden mit dem Outcome. Ich habe also doch recht behalten, mit dem was ich nach der Verletzung gesagt habe: Ein gebrochener Haxn ist kein Beinbruch! Aber macht euch selbst einen Eindruck und gebt mir Haltungsnoten, im Video findet ihr die Eindrücke rund um meinen ersten Skitag.

Seither taste ich mich Schritt für Schritt heran und erhöhe bei jedem Training die Intensität. Noch sind die Schneetage überschaubar, dafür genieße ich jeden Ausflug umso mehr.

Um in den folgenden Wochen wieder in den Racemode switchen zu können, braucht es vor allem eines: Kraft und Ausdauer. Durch die Verletzung habe ich mein Training quasi auf den Next Level gebracht – ich trainiere jetzt spezifischer, genauer und noch bewusster. Derzeit liegt der Fokus auf den Konditions- und Fitnesseinheiten, zweimal täglich, Montag bis Samstag. Hinzu kommt regelmäßige Physiotherapie. Außer jeden Sonntag, da hab ich frei! Meist genieße ich den Tag mit meinen Liebsten oder ich bin irgendwo draußen in der Natur, manchmal auch einfach nur am Sofa mit einer guten Serie.

Mein Training ist zeitaufwendig und anstrengend, macht mir aber unheimlichen Spaß. Die spürbaren Fortschritte machen mich glücklich und das Einschlafen am Abend fällt mir fast schon zu leicht. Die größte Herausforderung der vergangenen Wochen war das „verflixte“ Laufen. Es hat überraschend lange gedauert, das Bein über längere Distanzen belasten zu können, eine echte Geduldsprobe. Der „Testlauf“ fürs Schifahren. Das Wichtigste: Mutig ans Limit zu gehen, aber nicht darüber hinaus. Man muss sich selbst Zeit geben und darf nicht ungeduldig werden. Bei meinem ersten Auslauf habe ich’s gleich mal übertrieben – und voila, Eisbeutel aufs Knie. Also habe ich gezielt an meinen Schwachstellen gearbeitet und mir bewusst auch die Zeit genommen die ich brauche – und siehe da, mittlerweile klappt das mit dem Laufen schon wieder richtig gut. Ich mache in meinem Tempo weiter und nehme immer mehr Fahrt auf. Die nächsten zwei Wochen stehen einige high-intensive Intervalle am Programm, dort hole ich mir den letzten Kraftschub für die Schenkerl, bevor ich mich wieder auf die Spuren des Race-Feelings begebe.

Ich hab mich übrigens dazu entschieden, mein Sommertraining dieses Jahr hier in Österreich abzuhalten, statt mit dem Rest des Teams die Reise nach Argentinien anzutreten. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Das Trainingslager mit den Kolleginnen ist nach wie vor ein besonderes Highlight der Vorbereitungsphase. Zu gerne würde ich mich schon jetzt mit ihnen in Zeitläufen messen und beim Empanadas-Essen dann die Trainings-Resultate vergleichen – ABER: Für mich in meiner Comeback-Situation passt für heuer die Saisonvorbereitung ohne Übersee-Trip besser. In Zermatt werde ich im August für zwei Wochen mein Quartier aufschlagen und mich dort wieder auf die Suche nach meinem perfekten Schwung begeben. Beim ersten Stangentraining seid ihr dann wieder live dabei!

Bis dahin, stay tuned und auf bald,

 

Eure Eva-Maria

Donnerstag, 20. April 2017

BACK TO THE FUTURE

MEIN WEG ZURÜCK: RAUM UND ZEIT, UM VIELES ZU ÜBERDENKEN UND NEU ZU DEFINIEREN. KLAR: GENESUNG IST IMMER EIN PARCOURS MIT HÖHEN UND TIEFEN. EIN PARCOURS, AUF DEM MAN DAZULERNT: NOCH BESSER AUF SEINEN KÖRPER ZU HÖREN, SICH ZEIT ZU NEHMEN UND VOR ALLEM SICH ZEIT ZU GEBEN. DEN FOKUS AUF DAS WIRKLICH WESENTLICHE ZU RICHTEN, DIE POSITIVEN ERFAHRUNGEN AUF DIESEM WEG WERTZUSCHÄTZEN UND KRAFT AUS IHNEN SCHÖPFEN.

DAS HABE ICH GETAN. HIER MEIN TOURBERICHT.

Von der Socke zum Skischuh. Das ist die Entwicklung, die ich in den letzten Wochen durchlebt habe. Eine eindrucksvolle Zeit, schnell ist sie vergangen und ich hab vieles erlebt. Stand heute: Mir geht es gut. Die Knochenbrüche sind zusammengewachsen und verheilt. Vor zwei Wochen wurden mir neun Schrauben und eine Platte entfernt, übrig ist jetzt noch der Marknagel im Schienbein, der auch noch einige Zeit dort bleiben wird. So eine Operation ist immer mit einer gewissen Action für den Körper verbunden, deswegen steht momentan die Behandlung der Nachwirkungen (dieser Operation) im Vordergrund, um schon bald wieder ganz fit zu sein und alles machen zu können.

Zwischen diesen Bildern liegen etwa zwei Monate. Die Rehabilitationsphase dazwischen stand unter ­­dem Motto: „In den Körper hinein fühlen“. Das bedeutet: Die Balance zu finden, es einerseits nicht zu übertreiben, aber auf der anderen Seite dennoch immer wieder die notwendigen Reize zu setzen, um einen neuen Schritt vorwärts zu machen. Das war und ist noch immer ein sehr intensiver Prozess. Da kommt es sehr darauf an, auch die positiven Dinge zu sehen und wertzuschätzen. Die Zeit zum Durchatmen, zum Energiesammeln, für Unternehmungen mit Familie und Freunden, für die ruhigen Momente für sich selbst und die eigenen Hobbies.

Um wieder das Leistungsniveau zu erreichen, das ich mir vorstelle, ist vor allem eines wichtig: „Take your time!“ Ich lasse mir Zeit und mache mir keinen inneren Druck. Mein Ziel ist es, alle körperlichen Aspekte und Faktoren im täglichen Training abzudecken und dabei Schwächen nicht zu übergehen, sondern sie mit entsprechendem Training auszumerzen.

Ich bin oft gefragt worden, ob das nicht schwierig für mich war, den Jungs und Mädels im Weltcup zuzuschauen im Winter. Ehrlich gesagt: Nun bei der Ski-WM in St. Moritz hat es mich ein bisschen gewurmt. Ganz kurz. Bis ich online meinen Flug in die Sonne gebucht habe. Schwups, eine Woche später war ich schon umgeben von Strand und Meer. Kopfhörer auf, Musik an, Sonne genießen. Die Zeit dort war wichtig für mich. Ich konnte mal so richtig abschalten, meine Gedanken neu ordnen und für die bevorstehenden Herausforderungen Energie tanken. Short Break: Das mit dem Kurzurlaub hat bei mir noch immer funktioniert.

Ich bin ein Mensch, der lieber nach vorne schaut, anstatt lange über Vergangenes zu grübeln. Und dennoch: die unfreiwillige Auszeit hat mir die Chance gegeben, Vergangenes zu reflektieren und mir gedanklich meine Zukunft auszumalen. Mir ist wieder klar bewusst geworden, wie entscheidend es ist, sich immer wieder dieselbe Frage zu stellen: Worauf fokussiere ich meine Aufmerksamkeit?

Durch eine Verletzung lernt man am Extrembeispiel, sich wieder mit seinem Inneren zu verbinden. So seltsam es klingt: Es erweitert den Horizont und rückt Prioritäten und Erwartungen in ein neues Licht, wenn man sich so mit sich selbst beschäftigt.

Dieses Gespür möchte ich beibehalten und noch besser in den Alltag integrieren, wenn ich dann endgültig wieder auf der Piste stehe. Bis dahin heißt es noch ein bisschen geduldig zu bleiben und ab und zu ein wenig die Zähne zusammenbeißen: es dauert, bis sich das Bein an den Druck des Skischuhs gewöhnt. Mit Langlauf-Schuhen und Touren-Schuhen funktioniert der Schneekontakt übrigens schon wieder prächtig – Skischuhe trage ich im Moment nur indoor.

Und wenn ich das erste Mal Skifahren gehe, gebe ich euch natürlich Bescheid.

 

 

Stay tuned und auf bald,

Eure Eva-Maria

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